Fear of (fl)heights
Psychologie beim Klettern
Klettern findet nicht nur in den Armen und Beinen statt, sondern vor allem im Kopf. In dieser Fortbildung dreht sich alles um die psychologischen Aspekte beim Klettern – von Sturzangst und mentaler Blockade bis hin zu Motivation, Vertrauen und Selbstreflexion
Hast du in deinen Jugendgruppenstunden oder Ausfahrten schon erlebt, dass Nachwuchskletterer*innen an der Wand plötzlich von ihren Ängsten gelähmt werden, obwohl die Route technisch kein Problem wäre? Oder möchtest du selbst verstehen, was im Gehirn passiert, wenn der Puls beim Übersteigen der letzten Zwischensicherung hochschnellt?
Die Fortbildung beleuchtet das Zusammenspiel von Psyche, Emotionen und Kletterleistung. Wir stellen die mentale Komponente des Kletterns in den Mittelpunkt und verknüpfen sportpsychologische Theorie direkt mit praktischen Übungen an der Wand. Du lernst, wie Angst entsteht, wie man sie von realer Gefahr unterscheidet, und welche Methoden helfen, Blockaden abzubauen und Vertrauen aufzubauen – sowohl in sich selbst als auch in die sichernde Person.
Neben Methoden zur Verbesserung des eigenen mentalen Setups liegt der Schwerpunkt darauf, wie du als Jugendleiter*in ein sensibles, ermutigendes Umfeld schaffen kannst, um Kinder und Jugendliche individuell bei ihren mentalen Herausforderungen beim Klettern zu begleiten.
Inhalt
- Grundlagen der Kletterpsychologie: Entstehung von Angst, Stressreaktionen des Körpers und Unterscheidung von subjektiver Angst und objektiver Gefahr.
- Mentales Training & Methoden: Visualisierung, Atmung, Selbstgesprächsregulierung und Aufmerksamkeitssteuerung.
- Sturz- und Angsttraining: Strukturierte Stufenmodelle zum Abbau von Sturzangst (aktiv und passiv).
- Pädagogischer Transfer: Wie leite ich mentale Übungen in der Kinder- und Jugendgruppe an? Reflexionsmethoden für Gruppen.
Ausbildungsziel
Du verstehst die psychologischen Wirkungsmechanismen beim Klettern und kannst mentale Muster erkennen.
Du beherrschst praktische Methoden zur Bewältigung von Sturz- und Höhenangst für dich selbst und deine Teilnehmenden.
Du bist in der Lage, mentale Trainingseinheiten und Sturztrainings sicher, sensibel und altersgerecht in deine Gruppenangebote zu integrieren.
Du kannst Kinder und Jugendliche bei mentalen Blockaden individuell und ohne Leistungsdruck unterstützen.
Voraussetzungen
Vorstieg (mind. 5. Grad UIAA indoor/outdoor) sowie sichere Beherrschung eine gängiger Sicherungstechniken
Bereitschaft zur Selbstreflexion und zum offenen Austausch in der Gruppe
Bereitschaft, mit öffentlichen Verkehrsmitteln und/oder Fahrrad an- und abzureisen. (Bitte prüfe, ob du diese Voraussetzung erfüllen kannst. Wir erstatten bei dieser Schulung in keinem Fall Pkw-Fahrtkosten.)
Unterkunft
Wir werden uns selbst versorgen und in den Räumlichkeiten des DAV Radolfzell übernachten.